Gemeinsames Leitbild der Grundschulen Bad Zwischenahns:

Stand: Februar 2011, überarbeitet August 2013 (Inklusion)

LEITBILD DER GRUNDSCHULEN BAD ZWISCHENAHNS

Christophorus Grundschule

Grundschule am Wiesengrund

Grundschule Elmendorf/Aschhausen

Grundschule Petersfehn

Grundschule Rostrup

IDENTITÄT, AUFTRAG, ZIELE

Die Arbeit erfolgt auf Grundlage des „Orientierungsrahmen Schulqualität in Niedersachsen“.
Bildung ist Grundlage für die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit und für gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln. Schule ist gemeinsamer Ort des Lernens und zeitweilig gemeinsamer Lebensraum für Kinder und Erwachsene.
Keiner soll wegen körperlicher oder geistiger Handicaps von einer Regelschule ausgeschlossen werden. Alle Schüler sollen gemeinsam lernen, sich helfen und fördern. Alle Beteiligten begegnen sich mit Respekt voreinander, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder anderen Unterschieden. Der gemeinsame Erziehungsauftrag zielt auf eine Weiterentwicklung der Persönlichkeit der Schülerinnen und der Schüler. Diese sollen zunehmend nach den Grundsätzen der positiven Erziehung selbstständiger werden. In einem Prozess des vertrauensvollen, offenen, von gegenseitigem Respekt getragenen Umgangs miteinander sollen sie sich wohl fühlen und gerne lernen, lehren und leben. Die Grundschulen der Gemeinde Bad Zwischenahn bereiten die Schülerinnen und Schüler auf die weiterführenden Schulen und die Entwicklung des eigenständigen Lernens vor. Die Grundschulen der Gemeinde Bad Zwischenahn verstehen sich als lernende Organisationen, in der die Initiative und das Engagement aller Beteiligten unverzichtbar sind. Die Grundschulen der Gemeinde Bad Zwischenahn befinden sich in einem Umwandlungsprozess zu einem Kooperationsverbund. Ein Ziel dieses Umwandlungsprozesses ist die Schaffung einer Organisation, in der die Potenziale der Lehrenden freigesetzt werden können.

WERTE

Alle an den Schulen Beteiligte übernehmen Verantwortung für die Gestaltung des Lebens- und Lernortes Schule. Kommunikation und Kooperation sind wichtige Bestandteile unserer Schularbeit. Wir schaffen Raum für eigenverantwortliches Handeln aller Beteiligten. Wir leben an unseren Schulen gegenseitige Akzeptanz und streben ein Arbeitsklima der Offenheit und des guten Zusammenwirkens zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, Schulleitungen und andere aktiv am Schulleben beteiligten Personen an. Wir gestalten differenzierten Unterricht durch individuelle Betreuung und Lernpläne. Als Schulen in Bewegung öffnen wir uns für ein kreatives, kulturell aufgeschlossenes und gesundheitsbewusstes Miteinander. Wir gehen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit umweltschonend mit Ressourcen um.

ADRESSATEN

Wir sprechen Menschen – Schülerinnen und Schüler, Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – an, die sich bewusst mit unseren Schulen und deren Zielen und Werten identifizieren. Wir berücksichtigen die persönliche Seite unserer Schüler und Schülerinnen und setzen unsere Unterrichtskonzepte um. Wir gehen offen nach außen und suchen den Dialog mit Kindergärten, Vereinen der Gemeinde, Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bad Zwischenahn, der Freiwilligenagentur AWO Ammerland, Musikschule Bad Zwischenahn, Bibliotheken in der Gemeinde, Kinder- und Familienzentrum in Rostrup, Umweltbildungszentrum, NABU, Kinderschutzbund, Astrid-Lindgren-Schule in Edewecht, Evangelische und Katholische Kirche, Feuerwehr usw. sowie ausgewählten Fachbereichen der Universität Oldenburg.

LEISTUNGEN

Wir legen Unterricht so an, dass reflektierendes Verstehen, kritisches Denken, Urteilsvermögen, Selbstständigkeit und Kreativität gefördert werden. Wir arbeiten in eigenverantwortlichen Bildungsgängen in Klassenteams, Projektteams und Jahrgangsteams und auf regionaler Ebene als Grundschulen der Gemeinde Bad Zwischenahn zusammen. Wir gestalten das Schulleben durch alle an den Schulen Beteiligten im Team. Unsere Schülerinnen und Schüler arbeiten in Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit nach den Methoden des eigenverantwortlichen Arbeitens, in fächerübergreifenden Projekten, im Förder- und Fordermaßnahmen sowie in zusätzlichen Qualifizierungsangeboten. Wir gestalten die Lernprozesse durch Lehrer und Lehrerinnen im Team. Wir organisieren Klassenfahrten für unsere Schülerinnen und Schüler, sowie zusätzliche Veranstaltungen wie Theaterfahrten, Lesungen bekannter Autoren an unseren Schulen, Teilnahme an regionalen Sportwettbewerben, Spielefeste. Wir organisieren für unsere Eltern Vortragsreihen und bieten die Möglichkeit zu Gesprächen über Erziehung in Elterntreffs und die Teilnahme an Elternschulen (Triple P Kursen).

Die Grundschule am Wiesengrund in Bad Zwischenahn ist offene Ganztagsschule (montags, dienstags, mittwochs), bietet Unterstützung im Rahmen des Kooperationsverbundes für hochbegabte Schülerinnen und Schüler an und entwickelt besondere Kompetenzen im Bereich Erziehung.

Die Grundschule Rostrup ist gleichzeitig Schulort für den Förderschwerpunkt Sprache und unterstützt mit ihren integrierten Förderklassen Sprache Schülerinnen und Schüler im Landkreis Ammerland.

Die Christophorus Grundschule in Bad Zwischenahn ist eine katholische Bekenntnisschule.

Kompetenzen zu den Leistungen können dem Schulprogramm beziehungsweise der Homepage der einzelnen Grundschulen entnommen werden.

RESSOURCEN

In den Hauptfächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Englisch arbeiten regionale Fachkonferenzen mit dem Ziel der optimalen Zusammenarbeit und Vereinheitlichung von ausgewählten Inhalten. Die regionalen Fachkonferenzen schaffen Möglichkeiten des Austausches von Unterrichtsmaterialien, technischen Geräten usw.. Das Umfeld wird so gestaltet, dass es die Umsetzung unserer Ziele ermöglicht und damit zu einer höheren Arbeitszufriedenheit führt. Alle Mitarbeiter qualifizieren sich regelmäßig weiter. Die SchulleiterInnen des Kooperationsverbundes der Grundschulen der Gemeinde Bad Zwischenahn treffen Absprachen bei gemeinsamen Verwaltungsaufgaben und delegieren ggf. an einzelne Schulleiter.

DEFINITIONEN GELUNGENEN LERNENS

Lernen ist ein eigenständiger Prozess, der angeregt, individuell gestützt und gefördert werden muss. Die Lernprozesse unterstützen den Erwerb der folgenden vier Kompetenzen:

  • Selbstkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler entwickeln sich zu Persönlichkeiten, üben angemessen Selbstkritik, haben Freude am Lernen und sind bereit, lebenslang zu lernen.
  • Sozialkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler sind teamfähig, kritikfähig und zeigen Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbereitschaft.
  • Methodenkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler beherrschen Arbeitstechniken, entwickeln selbst Lernstrategien, arbeiten und lernen projektorientiert.
  • Fachkompetenz: Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen, die sich an den Kerncurricula und Bildungsstandards orientieren.

Bad Zwischenahn, Februar 2011

KOOPERATIONSVERTRAG DER GRUNDSCHULEN
BAD ZWISCHENAHNs

Christophorus Grundschule

Grundschule am Wiesengrund

Grundschule Elmendorf/Aschhausen

Grundschule Petersfehn

Grundschule Rostrup

§ 1 GEMEINSAME ABSICHTSERKLÄRUNG

Die einzelnen Schulen des Kooperationsverbundes stellen ihre Erfahrungen, Ergebnisse und Produkte allen anderen beteiligten Schulen zur Verfügung. Für die Kommunikation zwischen den Schulen steht eine gemeinsame Internetplattform zur Verfügung. Wir arbeiten im Sinne einer Verantwortungsgemeinschaft zusammen, dabei bleibt die Eigenverantwortung und Eigenständigkeit unserer Grundschulen erhalten. Wir orientieren uns dabei an gemeinsamen Zielen, Regeln und Vorhaben. Hierfür gelten folgende Grundsätze:

§ 2 LEISTUNGSVEREINBARUNG

Grundlage für eine Zusammenarbeit ist eine Leistungsvereinbarung zwischen unseren Schulen. Dazu gehören: ein gemeinsames Leitbild, Austausch von Schulprogrammen.

§ 3 LEITUNG DES KOOPERATIONSVERBUNDES

Die beteiligten Grundschulen informieren über ihre Arbeitsplanung und ihren Arbeitsstand im Rahmen der Verantwortungsgemeinschaft. Alle beteiligten Grundschulen sind gleichberechtigt. Entscheidungen werden nach Möglichkeit durch einen Konsens aller Beteiligten herbeigeführt. Ist dies nicht möglich, muss eine Mehrheit von 4:1 Stimmen für die Implementierung vorliegen. Der Kooperationsverbund wird durch eine Sprecherin oder einen Sprecher nach außen vertreten, die/der dem Rotationsprinzip jährlich gewechselt werden/wird.

§ 4 REGIONALE FACHKONFERENZEN

Für die Mitarbeit im Kooperationsverbund werden die in den zurückliegenden Jahren gebildeten Regionalkonferenzen weitergeführt. Diese brauchen verantwortliche Leitungspersonen für die Koordination, die Einladung zu den Sitzungen der Konferenzen, den Abgleich der Arbeitsplanung mit dem Arbeitsstand und die Kommunikation mit den Schulleitungen. Verwiesen wird an dieser Stelle auf das Konzept „Arbeit in den regionalen Fachkonferenzen der Unterrichtsfächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Englisch“ als Grundlage der Arbeit.

§ 5 VERBINDLICHKEIT

Für erfolgreiches Arbeiten im Kooperationsverbund ist das Verhältnis von Geben und Nehmen fair zu gestalten. Jede/jeder arbeitet im Rahmen der Möglichkeiten mit. Vertrauen, Bereitschaft zur Offenheit und zum wechselseitigen (auch kritischen) Feedback sind Voraussetzung zu einer gelungenen Zusammenarbeit.

§ 6 EFFEKTIVES SITZUNGSMANAGEMENT

Sitzungen der Zusammenarbeit sollen effektiv geplant, durchgeführt und evaluiert werden. Das Verhältnis von (Zeit-)Aufwand und Nutzen muss positiv erlebt werden. Tagesordnungspunkte werden zielorientiert und strukturiert bearbeitet. Dazu sollte bei jedem TOP immer geklärt sein, was das Ziel der Besprechung ist und was das Ergebnis sein soll (Beratung und oder Entscheidung/Beschluss), und zu jedem TOP sollten die erforderlichen Unterlagen (Information/Material/Beschlussvorlage) zur Verfügung stehen.

§ 7 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Die Notwendigkeit von Öffentlichkeitsarbeit ist im Rahmen unserer Selbstverantwortung von großer Bedeutung. Erfolgreiche Kommunikation bedeutet, die aktuelle Situation, die Potenziale und das daraus resultierende Profil unseres Kooperationsverbundes bewusst zu analysieren und zu gestalten und die damit verbundene Berichterstattung in den Medien sicherzustellen.

Philipp Linnemann, Rektor Christophorus-Grundschule
Rolf Garbin, Rektor Grundschule am Wiesengrund
Petra Janssen-Friedrich, Rektorin Grundschule Elmendorf/Aschhausen
Rita Schorling, Rektorin Grundschule Petersfehn
Patrick Wulf, Rektor Grundschule Rostrup
Dr. Arno Schilling, Bürgermeister

Bad Zwischenahn, 21.02.2011

NWZ, BAD ZWISCHENAHN, 22. Februar 2011
Schulen wagen „Quantensprung“

Bildung Fünf Grundschulen unterschreiben Kooperationsvertrag

Freuen sich über den Schulverbund: Patrick Wulf, Doris Tapken, Tanja Glaubke, Rolf Garbin, Rita Schorling, Jörn Gruse, Philipp Linnemann und Manfred Janßen (stehend von links) sowie Arno Schilling und Petra Janßen-Friedrich
BILD: Markus Minten  

Im Mittelpunkt steht das „gelungene Lernen“. Die Schulen wollen von den Stärken der anderen Einrichtungen profitieren.
von Markus Minten

Bad Zwischenahn - Für Regierungsschuldirektor Manfred Janßen ist der Kooperationsvertrag, den fünf Bad Zwischenahner Grundschulen am Montag geschlossen haben, „ein Quantensprung der inhaltlichen Kooperation“. Die Schulleiter sehen in ihm gleich zwei Chancen: Steigerung der Effektivität und Reduzierung der Belastung. Und Bürgermeister Dr. Arno Schilling sieht die Schulen damit gewappnet, die stetig wachsenden Anforderungen zu bewältigen.
Am wichtigsten aber sind für alle Beteiligte die Auswirkungen auf Eltern und Schüler. Denen soll das effizientere Arbeiten zugute kommen. „Die Zusammenarbeit wird mit dieser Kooperation auf eine neue Grundlage gestellt“, so der Bürgermeister bei der Vertragsunterzeichnung.
Beteiligt sind am Verbund die Christophorus Grundschule sowie die Grundschulen am Wiesengrund, Elmendorf/Aschhausen, Petersfehn und Rostrup. Die Grundschule Ofen hatte am Entwicklungsprozess mitgewirkt, das Kollegium hatte sich aber gegen einen Beitritt zum Kooperationsverbund ausgesprochen.
Rita Schorling, Leiterin der Grundschule Petersfehn und Sprecherin des Verbundes, wies darauf hin, dass es schon immer eine Zusammenarbeit der Grundschulen gegeben habe, diese aber „noch nie so systematisch und regelmäßig“ gewesen sei. „Es geht uns um die systematische qualitative Verbesserung der Schulen.“ Im Verbund könnten Kompetenzen und Ressourcen besser genutzt werden. Dabei bleibe jede Schule selbstständig.
Eltern könnten sich künftig darauf verlassen, dass Mathe sich in Rostrup nicht von Mathe in Petersfehn unterscheidet, nannte Regierungsschuldirektor Manfred Janßen ein Beispiel. Auch die Leistungsmessung soll künftig nirgends grundsätzlich anders sein. Janßen: „Die Spielräume der einzelnen Schulen im Rahmen der Vorgaben werden kleiner.“ Die Arbeitsteilung durch den Verbund sei „in hohem Maße entlastend für alle Beteiligten“, so Janßen. Die Arbeit der einzelnen Schulen könne so kreativer und vielfältiger werden. Jeder könne von den Stärken des Anderen lernen. Vor dem Hintergrund der eigenverantwortlichen Schule sei Kooperation nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, so Janßen, der sich jetzt auch eine Zusammenarbeit der Elternräte wünscht.


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